Wie Sie Ihre Unternehmenskultur erkunden 12 Apekte, um geheime Spielregeln zu entdecken Manfred Höfler Berater Contact Manfred Wenn Anthropologen die Kultur eines Landes verstehen wollen, tun sie etwas sehr Einfaches – aber sehr Wirksames: Sie beobachten. Sie leben eine Zeit lang im Land, hören zu, führen Gespräche, lernen die Sprache und versuchen zu verstehen, wie Menschen wirklich miteinander umgehen. Welche Werte gelten? Welche Regeln sind wichtig? Wer hat Einfluss? Wie werden Konflikte gelöst? Wer Unternehmenskultur verstehen möchte, muss ähnlich vorgehen. Denn auch in Organisationen gibt es sie: die ungeschriebenen Gesetze. Die Regeln, die nicht im Leitbild stehen – aber den Alltag prägen. Und genau diese Regeln entscheiden oft darüber, ob Veränderungen gelingen oder scheitern. Da Führungskräfte selbst Teil dieser Kultur sind, ist es oft hilfreich, gemeinsam mit einem externen Guide eine solche Kulturerkundung zu starten. Dafür haben wir ein einfaches Tool mit 12 Erkundungsdimensionen entwickelt. Dabei kombinieren wir verschiedene Methoden. 12 Brillen zur Kulturexploration Artefakte-Reise – Sichtbare Kultur erkunden Ein kleines Team von Querdenkern untersucht sichtbare Kulturmerkmale im Unternehmen. Beobachtet werden beispielsweise Meetings, Räume, Kundenzonen, Außendarstellung, Sprache, Rituale oder Feste. Das Team dokumentiert seine Beobachtungen mit Fotos, Zitaten und kurzen Beschreibungen und spielt die Ergebnisse anschließend an die Führung zurück. Explorations-Workshops – Verhaltensmuster sichtbar machen Ein möglichst repräsentatives Sample von Mitarbeiter:innen (Erfahrung, Funktionen, Geschlecht, Alter, Regionen) wird zu halbtägigen Workshops eingeladen. In dialogischen Formaten werden zentrale Aspekte des Kultur-Canvas reflektiert und diskutiert. Dabei werden sowohl förderliche als auch hinderliche Verhaltensmuster aus Sicht der Mitarbeiter:innen sichtbar gemacht. Erkundungsinterviews – Geschichten und Erfahrungen sammeln Mitarbeiter:innen aus unterschiedlichen Bereichen werden für kurze „Coffee Chat“-Interviews gematcht. In etwa 30-minütigen Gesprächen tauschen sie sich anhand eines Leitfadens über das Unternehmen aus. Dabei werden typische Geschichten, gelebte Werte sowie positiv oder negativ wahrgenommene Verhaltensweisen gesammelt. Die anonymisierten Auswertungen dieser Gespräche liefern wertvolle Einblicke für die Führung. Analoge Erkundungsformen – Kultur spielerisch sichtbar machen Als Teil der Workshops oder als eigenes Format können auch kreative Methoden eingesetzt werden. Beispiele: Beschreiben Sie das Unternehmen als Person (Alter, Kleidung, Persönlichkeit, Hobbies etc.). Entwickeln Sie einen kurzen Sketch zu typischen Situationen im Unternehmen. Geben Sie einem Freund Tipps, der neu ins Unternehmen kommt: Welche „Do’s and Don’ts“ sollte er kennen? Diese Formate machen kulturelle Muster oft besonders anschaulich. Link zum Tool: Drawing Organizational Culture Vom Erkunden zum Verstehen Die verschiedenen Erkundungsmethoden führen zu einem umfassenden Bild über die dominanten Verhaltensmuster und Haltungen im Unternehmen. Der entscheidende Unterschied zu klassischen Kultur-Surveys liegt im dialogischen Ansatz: Während Fragebögen häufig nur Daten liefern, entsteht durch die gemeinsame Exploration bereits ein erstes Bewusstsein für mögliche Veränderungen. Führungskräfte und Mitarbeiter:innen werden aktiv in den Prozess eingebunden. Doch ein wichtiger Schritt folgt noch: Die erkundete Kultur muss in Bezug auf den Unternehmenserfolg bewertet werden. Die zentrale Frage lautet: Welche der entdeckten Haltungen und Verhaltensmuster fördern – und welche behindern – unseren zukünftigen Geschäftserfolg? Erst dadurch wird sichtbar, wo die Unternehmenskultur eine Stärke für die Zukunft darstellt und wo sie Grenzen setzt, die überwunden werden müssen. Wie Führungskräfte Unternehmenskultur aktiv beeinflussen können, lesen Sie hier. Transforming Corporate Culture Möchten Sie mehr erfahren? Kontaktieren Sie uns