Die Change That Works Werkstatt – Kein Methodenfeuerwerk. Keine schnellen Antworten. Sondern ein Tag für bessere Fragen.

Mitte März kamen rund 80 Change Maker:innen, Führungskräfte und Gestalter:innen von Transformation zusammen, um wirksame Veränderung jenseits von Buzzwords, Tool-Overkill und Aktionismus zu erkunden. Dieser Rückblick bündelt die wichtigsten Impulse.

Warum scheitert Veränderung – trotz guter Planung?

Genau dieser Frage gingen Manfred Höfler und Franz Schwarenthorer in ihren Impulsen nach. Ihre zentrale Botschaft: Transformation bleibt oft hinter den Erwartungen zurück, nicht wegen fehlendem Willen oder falschen Zielen, sondern weil Organisationen wie Maschinen behandelt werden. Doch Organisationen sind soziale Systeme – geprägt von Geschichte, Identität und Menschen, die Stabilität suchen und auf Irritation reagieren. Wirksame Veränderung entsteht deshalb nicht durch Konzepte von außen, sondern durch ein tiefes Verständnis dafür, wie das System von innen wirklich funktioniert.
Mehr dazu und was das für das Gestalten wirksamer Change-Prozesse bedeutet in einem TED-Talk von Franz Schwarenthorer:

Ted Talk – Franz Schwarenthorer zu Systemverständnis von Organisationen

Muster des Gelingens: 12 Prinzipien wirksamer Transformation

Im Verlauf des Vormittags rückten die 12 Prinzipien wirksamer Transformation in den Mittelpunkt unserer Arbeit. In interaktiven Marktstandformaten wurden die Prinzipien gemeinsam erlebt: diskutiert, hinterfragt und mit eigenen Erfahrungen angereichert.

Dabei wurde spürbar:
Wirksamer Change braucht Sinn, emotionale Energie und Orientierung. Er verbindet sichtbare Strukturen mit innerer Haltung, ermöglicht Lernen durch Ausprobieren – und verlangt Führung, die Orientierung gibt, statt zu kontrollieren.

Die 12 Prinzipien sind ein Kompass für Veränderung:
Sie helfen, Entscheidungen im Change bewusster zu treffen und Interventionen kontextsensibel auszurichten – ohne vorzugeben, wie Transformation im Detail umzusetzen ist.


1 gemeinsamer Lernraum – 80 Teilnehmer:innen – 12 Change Prinzipien – 5 Praxisdialoge – 5 Deep Dives – 100% Community – 100% Inspiration


Praxisdialoge: Wo Prinzipien in der Praxis wirksam werden

In fünf Praxisdialogen brachten ausgewählte Kund:innen ihre realen Veränderungssituationen in den Raum – aus Organisationen, die wir in ihren Transformations‑ und Entwicklungsprozessen begleiten durften. Sie teilten echte Entscheidungen, Unsicherheiten und Lernerfahrungen aus ihrem Alltag – und machten Transformation greifbar, menschlich und nah.

Doppelmayr – ERP‑Transformation als Treiber für Zusammenarbeit
Steven Bundschuh (Projektleiter und ERP‑Verantwortlicher) gab anhand eines konzernweiten ERP‑Upgrades Einblicke, wie Veränderung wirksam gestaltet werden kann, wenn IT‑Transformation mehr ist als ein technisches Projekt. Der Fokus lag auf Zusammenarbeit, Klarheit in Rollen und der Steuerung komplexer Stakeholder‑Landschaften.

KLIPP – Arbeiten neu denken
Gottfried Kraft (Geschäftsführer) zeigte am Beispiel von KLIPP, wie Veränderungsdruck zum Ausgangspunkt werden kann, Arbeitswelten neu zu gestalten. Im Mittelpunkt standen Fragen nach Freiraum, Verantwortung und unternehmerischem Handeln im täglichen Arbeiten.

Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds (KWF) – Auf dem Weg zur High Performing Organization
Roland Waldner (Vorstand) thematisierte, wie der KWF seine Transformation in Richtung High Performing Organization gestaltet. Diskutiert wurde, wie Leistungsfähigkeit, Empowerment und Eigenverantwortung zusammenspielen – und wie Organisationen gezielt an ihrer Wirksamkeit und nachhaltigen Performance arbeiten können.

Austrian Airlines – Identität als Orientierung im Alltag
Barbara Gurel (Director Corporate Communications) beleuchtete, wie Identität und Werte im täglichen Handeln Orientierung geben. Im Fokus stand, wie Strategie, Kultur und Zusammenarbeit auch in komplexen Umfeldern anschlussfähig bleiben.

AIHTA Austrian Institute for Health Technology Assessment – Verantwortung neu denken
Ingrid Zechmeister-Koss (Geschäftsführerin) brachte die zentrale Gestaltungsfrage ein, wie Verantwortung, Führung und Zusammenarbeit in wissensintensiven Organisationen jenseits klassischer Hierarchien gestaltet werden können – mit Klarheit in Rollen und hoher individueller Verantwortung.

Methoden-Deep-Dives: Zentrale Hebel wirksamer Veränderung

Ein weiterer Schwerpunkt des Nachmittags: Deep Dives zu wirkungsvollen Methoden. In parallelen Sessions griffen wir zentrale Themen aus der Change‑Praxis auf und diskutierten, wie sich die Prinzipien unter realen Bedingungen entfalten.

Zuhören im Change
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Veränderungsdynamiken frühzeitig wahrnehmbar werden – noch bevor sie sich als Widerstand oder Blockade zeigen. Zuhören wird als Grundlage für wirksamen Change verstanden: beobachtend, systemisch und vorausschauend.

Rapid Results – Fokus und Wirkung
Der Fokus bei Rapid Results liegt auf gezielter Priorisierung und früh sichtbaren Ergebnissen. Nicht alles gleichzeitig, nicht alles sofort – sondern bewusste Auswahl von Initiativen, die Orientierung geben und Bewegung erzeugen.

Marktplatz der Macher:innen
Ob in Präsenz oder als virtuelles Format: Marktplatz der Macher:innen führt vom Reden ins Tun. Ein konkretes Praxisbeispiel kam von Swarovski, eingebracht von Julia Khalil (Head of Corporate Talent), in dem Global Talents businessrelevante Fragestellungen aufgriffen und als “Schnellboote” eigenständig bearbeiteten.

Leadership Sprint
Leadership Development als kontinuierlicher Lernprozess im Arbeitsalltag. Mit kurzen Lernzyklen, hoher Praxisnähe und direkter Anwendung an realen Herausforderungen.

Stakeholder‑Dynamiken verstehen
An konkreten Change Themen zeigt sich, dass erfolgreiche Veränderung nicht nur von guter Planung, sondern maßgeblich vom bewussten Arbeiten mit Beziehungen, Interessen und gemeinsamer Bedeutungsgebung abhängt.

Ein intensiver Tag rund um Change – was bleibt?

Was aus der Change That Works Werkstatt bleibt, ist kein Set an fertigen Lösungen. Was bleibt, ist ein vertieftes Verständnis dafür, wie Veränderung tatsächlich entsteht. Die Change That Works Werkstatt war damit kein Ort für schnelle Antworten, sondern ein Raum, um zentrale Fragen der Transformation differenziert zu betrachten, Erfahrungen zu teilen und Veränderung aus der Praxis heraus weiterzudenken.

Spürbar bleibt vor allem die Energie im Raum: echtes Miteinander, Begegnungen auf Augenhöhe, offener Austausch, voneinander Lernen und gegenseitiges Inspirieren. Eine emotionale und fachliche Basis, die es wahrscheinlicher macht, dass Change im Alltag gelingt.

Für uns als ICG-Team ist klar: Wir machen das wieder. Schon nächstes Jahr!